Das blutige B

Ungeschönt und ehrlich: diese zwei Adjektive beschreiben meinen Blog wohl am besten. Hier schreibe ich frei Schnauze über alles, was mich bewegt oder aufregt. Keine politische Korrektheit. Keine Unwahrheiten. Nur meine Meinung. Zu diesem und jenem- ob es euch passt oder nicht. Falls ihr mehr über meinen Blog erfahren wollt, klickt hier

Themenvorschläge könnt ihr mir gerne per Mail an kontakt@DasBlutigeB.de senden.

Eure Meinung könnt ihr mir in der Kommentarsektion mitteilen.

Wichtig: Ich behalte es mir vor gesetzeswidrige Kommentare zu löschen. 

Immer auf dem neuesten Stand bleiben:

Wenn das letzte Bier schlecht war

Montag, 6. Januar 2020 - in Allgemein


Für alle Angehörigen des Unfall-Dramas in Südtirol hat das neue Jahr ziemlich schlecht begonnen.

Das, was in der Nacht vom vierten auf den fünften Januar 2020 in Luttach im Ahrntal geschah, ist erschütternd: ein betrunkener Sportwagenfahrer rast in eine Touristengruppe und tötet sechs Menschen, elf weitere sind schwer verletzt. Das Drama ereignete sich als der 27-Jährige Südtiroler auf dem Weg zum "Hexenkessel" war, eine beliebte Apres Ski-Diskothek. Laut eigenen Angaben hatte er sich kurz vor dem Vorfall von seiner Freundin getrennt- in was für einem Zusammenhang das steht, keine Ahnung. 1,9 Promille hatte er im Blut, laut eigenen Angaben habe er nicht einmal bemerkt wie betrunken er war. Nun sitzt der Horror-Fahrer in Haft und ihm droht einiges: bis zu 18 Jahre Haft. 


Ist der 27-Jährige Sportwagenfahrer überhaupt schuldfähig? 

Die Geschehnisse sind grausam und allein schon diese Zeilen zu schreiben fällt mir nicht leicht. Ich habe zwar keinen Bezug zu den Opfern oder dem Täter und ich kann es nur erahnen wie sich die Angehörigen jetzt fühlen, jedoch fühle ich mich betroffen. Es ist mir unerklärlich wie es zu so einem Drama kommen kann. Einerseits ist es natürlich grob fährlässig und gemeingefährlich mit 1,9 Promille ins Auto zu steigen, andererseits ist das Urteilsvermögen in diesem Zustand auch stark eingeschränkt war. Außerdem waren die Straßen glatt wie eine Ersthelferin berichtete- ein schwieriger Fall. Hinzu kommt noch die Trennung, die dem Unfall vorherging. Dem Täter war wahrscheinlich an diesem Abend alles scheißegal und er wollte einfach nur ausgelassen feiern. Dennoch drohen ihm jetzt 18 Jahre Gefängnis. Klar, er hat durch seine schlechte Entscheidung sich betrunken hinter den Lenker zu setzen aktiv zu dem Unglück beigetragen, anders gesagt: er war der alleinige Verursacher. Dennoch ist es klar, dass hinter diesem Unfall keine Absicht steckt. Und ob Knast oder nicht, seines Lebens wird der Südtiroler eh nicht mehr glücklich. 


Ein feiner Zug: der Pub "Hexenkessel" blieb aus Respekt vor den Angehörigen gestern geschlossen.

Ich bin gottfroh, dass ich mich der Frage ob der Fahrer schuldig oder nicht schuldig ist, nicht stellen muss. Mit 1,9 Promille ist man schon ziemlich besoffen. Sollte einen der Rausch vor Strafe schützen? Ich habe keine endgültige Antwort auf diese Frage, aber ich bin mir sicher, dass einem sowohl der Unfallverursacher als auch die Opfer leidtun können. Für alle Beteiligten bricht jetzt eine schwere Zeit an. Stumpfes Täter-Bashing zu betreiben ist nicht zielführend und deshalb versuche ich das ganze etwas differenzierter zu betrachten. Doch die Grausamkeit dieser Tat raubt mir jegliche Objektivität.