Das blutige B

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Die Klarnamenpflicht und wer wirklich unter ihr leiden würde

Montag, 13. Januar 2020 - in Politik


Er würde nicht unter einer Klarnamenpflicht im Netz leiden: Wolfgang Schäuble.

Bevor ich hier auf das eigentliche Thema, die von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble geforderte Klarnamenpflicht, eingehen werde, möchte ich ein wenig ausholen. Ich selbst habe lange Zeit anonym im Internet mein Unwesen getrieben. Keinesfalls habe ich Hass und Hetze verbreitet, ich war schlichtweg noch zu ängstlich, dass mein Rap beziehungsweise meine Videos mir in in irgendeiner Weise im privaten Leben gefährlich werden könnten. Schon immer habe ich angeeckt, es hat lange Zeit gedauert bis die breite Masse Akzeptanz für mein Schaffen gefunden hat, doch ich mache da niemandem einen Vorwurf. Daher kann ich es sehr gut nachvollziehen, wenn nicht jeder seinen vollen Namen im Internet veröffentlichen will. Der Bild am Sonntag sagte Wolfgang Schäuble: 

"Was in den Sozialen Netzwerken vorgeht, gefällt mir überhaupt nicht. Die Regeln und Werte, die in der analogen Welt gelten, müssen auch in der digitalen Welt gelten. Dazu passt Anonymität nicht. In ihrem Schutz machten Menschen Dinge, die sie nicht machen würden, wenn sie wüssten, dass sie jemand dabei sieht. Dann würden sie sich nämlich schämen. Anonymität ist immer die Versuchung zur Hemmungslosigkeit."

Das ist grundsätzlich ein guter Gedanke. Nur geht Schäuble grundsätzlich davon aus, dass eine Klarnamenpflicht dieses Problem direkt eliminieren würde, was natürlich grober Humbug ist. Geistige Tiefflieger, die anonym Morddrohungen oder Hasskommentare verbreiten, würden sowieso einen anderen Weg finden, um ihren Groll loszuwerden. Es gibt jedoch enorm viele Menschen, die sich für etwas schämen, seien es Schwule oder Transsexuelle, und im Internet durch den Deckmantel der Anonymität andere Gleichgesinnte finden können ohne Angst vor Cybermobbing haben zu müssen.


Der Bundesgerichtshof hat sich schon 2009 deutlich zum Thema positioniert. 

Außerdem geht nicht jeder so locker flockig mit seiner politischen Haltung um wie zum Beispiel ich. Ich mache keinen Hehl daraus, wenn ich mich über irgendwas aufrege und es ist mir auch ziemlich gleichgültig, ob sich Leute dann über mich aufregen oder sich von mir distanzieren. Es gibt aber viele Menschen, die aus Angst um ihren Arbeitsplatz oder sonstigen existenziellen Gründen sich dreimal überlegen, ob sie im Internat lauthals ihre Meinung umher proleten. Mir ist es selbst unverständlich wie man allen Ernstes so feige sein kann anonym Leute zu diffamieren. Sowas machen nur Leute, die im echten Leben genau die Pissnelken darstellen, die sich nichts trauen und wahrscheinlich immer fromm in die Kirche gehen, um sich von ihren Sünden reinzuwaschen. Diese Idioten wird es immer geben und gegen die kann man auch nichts machen. Man muss nur aufpassen, dass unter einem Gesetz nicht am Ende genau die leiden, die eigentlich nur ganz brav ihre Meinung kundtun wollen. Es gibt tausende Gründe auch in einem liberalen Staat wie Deutschland seine Meinung lieber für sich zu behalten. Denn ganz abseits vom Freundeskreis und dem Internet trauen sich nur die wenigsten Tacheles zu reden. Die Meinungsfreiheit ist unser wichtigstes Gut- wir dürfen sie nicht wegen irgendwelchen degenerierten Einzellern in Menschenkörpern riskieren. 


Wolfgang Schäuble hat nicht jede Auswirkung der Klarnamenpflicht bedacht. 

Wolfgang Schäuble seinerseits ist bei dem Thema natürlich besonders hellhörig. Er, der seit dem Attentat des psychisch kranken Dieter Kaufmann 1990 vom dritten Brustwirbel an gelähmt ist, weiß wie gefährlich irre Persönlichkeiten sein können. Nur gab es 1990 noch gar kein Internet und schlimme Dinge sind nichtsdestotrotz passiert. Man kann nicht alles durch Bemutterung regeln, auch wenn das so mancher Politiker liebend gerne hätte. Das Internet bändigen zu wollen ist wie einer Sissyphos-Arbeit. Es ist schlichtweg unmöglich.

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