Er blickte stets nach vorne, das war seine Art. Negatives Denken, nein, das konnte er nicht brauchen. Genussvoll schlürfte er seinen kochend heißen Kaffee und starrte wie gebannt auf seinen PC-Bildschirm. Er hatte blutrote Augen, er sollte sich am besten schlafen legen. Aber er konnte nicht, es war zu wichtig. Er musste immer weiter tippen, immer weiter, immer weiter, solange bis er einen Krampf in den Fingern haben und in die Intensivstation eingeliefert werden würde. Sucht. Trauer. Einsamkeit. Viele Faktoren trugen zu seinem Elend bei.

 

„Mach den Computer aus und geh´ ins Bett!“ „Gleich, ich brauche das, ich kann nicht ohne morgen bei meinem Chef antanzen.“ „Ich habe auch Gefühle. Komm´ ins Bett, ich brauche dich, ich sehne mich nach dir.“

 

Sie ging ihm höllisch auf die Nerven. Immerzu war sie am schnattern, doch Ahnung hatte sie keine. Eine Hausfrau war sie, eine einfache, anständige Hausfrau, die noch nie auch nur ansatzweise etwas vom Leben außerhalb der Küche und des Waschraums mitbekommen hat. Noch nie hatte sie eine Arbeit gehabt, was sollte sie ihm schon sagen? Er brauchte das Dokument, es musste fertig sein und wenn er das nicht mehr schaffen würde, hätte er die Kacke am Dampfen. Das dachte er, das wusste er, doch sie war nur am schnattern. Sex war ihr wichtiger als seine Arbeit. Was für eine Farce! Er brachte das Geld nach Hause, ohne ihn wäre sie nichts. Unbedeutend. Wobei, das war sie auch mit ihm, er verabscheute sie. Sie war für nichts zu gebrauchen.

 

„Ich will nicht ins Bett kommen, ich habe wichtigeres zu tun.“ „Fick mich.“ „Verstehst du nicht den Ernst der Lage? Sex hat im Moment keinerlei Priorität, aber eine Dorfmatratze wie du kann das ja nicht wissen.“

 

Uff, das hatte gesessen. Sie weinte fast, doch sie blieb still. Man spürte wie sie kochte, sie hätte ihn am liebsten erwürgt. Sie hatte ihn doch nur ein einziges läppisches Mal betrogen, hatte er ihr das denn immer noch nicht verziehen? Das war ein Ausrutscher und er wusste das. Er sollte es wissen, sie hatte es ihm so oft gesagt. Immer wieder, immer wieder, immer wieder. Sie ist auf die Knie gegangen, hat sich entschuldigt bei ihm, hat das denn nicht gereicht?

 

„Ich will nicht mehr, Bernd. Ich halte es nicht mehr aus. Früher warst du voller Elan, voller Enthusiasmus, voller Liebe, voller Zärtlichkeit und voller Mitgefühl. Was ist aus dir geworden? Du sitzt nur noch vor deinem Rechner und haust dich voll mit Koffein, ich bin dir unwichtig. Es geht immer nur darum, dass dein Chef mit deiner Leistung zufrieden ist. Doch das ich zufrieden bin, ist dir das egal? Bin ich dir egal?“

 

Zum ersten Mal an dem heutigen Abend stand er von seinem ranzigen Bürostuhl auf. Ein Turm an Mann baute sich vor ihr auf und sie bekam es allmählich mit der Angst zu tun. Er ließ seine Finger knacken, er musterte sie von Kopf bis Fuß.

 

„Du weißt wohl nicht mehr, wer hier die Hosen anhat. Du willst gefickt werden und glaub mir, Sybille, du wirst gefickt.“

 

Mit seinen Armen packte er sie an der Schulter, riss ihr ihre Bluse vom Leib, dann ihre Jeans und ihre Unterwäsche und sie wusste nicht wie ihr geschah. Ungebändigt dring er in sie ein, er fickte sie härter als je zuvor. Sie schrie, doch er hörte nicht auf.

Ohnmacht.

Er hörte nicht auf. Immer tiefer, immer härter, sie gab keinen Laut mehr von sich.

Herzstillstand.

Er bemerkte es nicht, er machte weiter. Er hatte nur getan, was sie wollte.

 

written by Lil Bunna

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