Ich bin das Arschloch und ich liebe es

Es war nichts weiter als ein gewöhnlicher Tag. Nein, nichts Außergewöhnliches. Ich stand auf, machte mir einen Kaffee, der mir trotz der vorhergegangenen durchzechten Nacht mir unheimlich gut schmeckte. Ich verbrühte meine Zunge, es tat weh, aber nun ja, es tat gut. Grinsend blickte ich aus dem Fenster, sah wie die Sonne langsam aufging und mir war klar, es war Zeit zur Arbeit zu gehen, schleunigst. Ich war im Stress, aber auch das war keineswegs erwähnenswert. Das war jeden Tag so, warum sollte es nicht gewöhnlich sein? Andere Leute wären zu dieser Uhrzeit noch in ihrer eigenen Traumwelt, voller Visionen, Hoffnungen und Ängste. Ich dagegen war kurz davor zur Arbeit zu gehen. Ich wusste, dass diese Menschen oftmals aber weniger verdienten als ich, also störte mich das herzlich wenig. Warum sollte es mich stören? Ich gönne jedem alles, absolut alles, das größte Glück der Welt. Ich blickte auf die Uhr. Drei Uhr Neunundzwanzig. Um vier Uhr müsste ich in meinem Büro sein, es war ein lästiger Job. Ich hetzte zur Garderobe, griff meine Lederjacke, machte leise die Haustüre auf, was wäre, wenn ich die lieblich schlafenden Nachbarn wecken würde? Das reinste Tohuwabohu würde wahrscheinlich ausbrechen, ich sollte es tunlichst unterlassen. Genauso leise wie ich die Haustüre geöffnet hatte, schloss ich sie auch wieder. Schlüssel rein, leise herumdrehen, Schlüssel wieder raus. Ich schlich förmlich zu meinem alten Mercedes, er glänzte im Mondlicht. War es nicht schön zu sehen, was man sich über die Jahre alles selbst erarbeitet hatte? Meine Nachbarn fuhren allenfalls einen Suzuki oder einen Toyota. Nichts für mich, ich wollte Prunk, ich wollte das Ansehen und ich wollte mir den Stolz der Leute erarbeiten. Irgendwann werden sie sagen, dass sie stolz gewesen sind, meine Nachbarn gewesen zu sein. Ich war nicht stolz einer von ihnen zu sein, nein, dafür schämte ich mich. Erbärmliches Pack. Auch heute spürte ich die Verachtung, wie sie in mir heranwuchs und ich hätte sie am liebsten wieder ausgekotzt. Widerlich. Solche Leute will man nicht seine Nachbarn nennen, ich bin so viel erhabener, vor mir haben die Leute Respekt. Sie denken sich jeden Tag ihre Dinge über mich, der ein oder andere würde wahrscheinlich von einem Schnösel reden. Wilde Champagner-Partys, eine eigene Yacht und ein pechschwarzer SLS trugen dazu bei. Ihre gierigen Blicke widerten mich an. Sie selbst hatten sich nichts erarbeitet, sie waren Teil des Systems und ich? Ich war privilegiert im Vergleich zu diesen lausigen Primaten. Ich schlich mich erhobenen Hauptes zu meinem Auto, öffnete es leise, niemand hatte mich gehört. Ich stieg ein, musterte mich im Rückspiegel und brachte meinen Sicherheitsgurt an. Oh mein Gott, war ich schön! Jede Frau, die mir eine Abfuhr gegeben hat, hatte mich heute Morgen nicht gesehen. Sie wären alle aus dem Häuschen gewesen, meine Frau war es doch auch immer. Immer dann, wenn sie mich zu Gesicht bekam, konnte ich sehen wie sie es genoss mich anzuschauen. Ich genoss es nicht sie anzusehen, widerliches Miststück. Bah. Ekel überkam mich, wenn ich auch nur daran dachte und zum zweiten Mal an diesem sehr gewöhnlichen und überhaupt nicht erwähnenswerten Morgen hätte ich fast gekotzt. Ich steckte den Schlüssel ins Auto und fuhr los. Auch das wieder leise, nicht das einer meiner Nachbarn noch aufwachen würde. Schnell, schnell, keine Zeit mehr für irgendwelche unnötigen Gedanken, ich musste los. Die Zeit war knapp, wenn ich zu spät kommen würde, hätte das wahrscheinlich weitreichende Konsequenzen für mich. Aber wie es an so einem Tag wie diesem ist, kam ich rechtzeitig. Gottlob, ich war so beruhigt. Nun konnte dieser langweilige Tag, der wie jeder andere auch war, losgehen. Gott segne mich.

 

 

 

 

 

 

Wenn das Arschloch stirbt, hat die Pussy gewonnen

Ein paar Wochen später…

Claudia wachte auf, sie fühlte sich nicht gut. Es gibt durchaus schönere Dinge als mit einem brummenden Schädel aufzuwachen dachte sie sich und zündete sich eine Zigarette an. Sie blickte auf die lautstark tickende Wanduhr, die im Wohnzimmer hing und stellte erschreckt fest wie lang sie geschlafen hatte. Es war 14 Uhr. Nun gut, es war ein Samstag, sie musste heute nichts mehr erledigen, also konnte sie sich wenigstens von dieser denkwürdigen Party erholen. Es war schön gewesen, ein Fest wie kaum ein anderes. Die Leute hatten sich in Trance getanzt und der Alkohol wurde getrunken wie Wasser. Sie rauchte gemütlich und aufstehen wollte sie, aber ihr Körper verweigerte ihr es. Nach so einer Nacht war es schier unmöglich einen klaren Gedanken zu fassen oder auch nur ein wenig Arbeit zu vollrichten. Sie starrte die Decke in ihrem Schlafzimmer an und genoss es wie schön weiß sie war. Langweilig. Diese Langeweile brauchte sie, sie konnte nicht anders als mehr von ihr zu wollen. In den letzten Wochen war zu viel los gewesen, sie konnte nicht mehr. Man hatte ihr Burnout diagnostiziert- und trotzdem arbeitete sie weiter, Tag ein Tag aus und immerzu. Freitags wurde dann eine schöne Fete geschmissen, weil man ja zu viel Geld verdiente und man ja auch irgendwas damit machen musste. Sie war sich nicht sicher, ob sie sich dieses Leben gewünscht hatte, aber sie hat es bekommen. Claudia war eine Business-Frau wie sie im Buche stand, immer freundlich, professionell und hatte nur in den seltensten Fällen den Penis von einem ihrer Kollegen im Mund. Bei ihren Kolleginnen sah das anders aus- die hatten das Wort hochblasen praktisch erfunden. „Morgen, Claudia. Hast du gut geschlafen? War ´ne heiße Nacht gestern!“ Der Mann, der bis jetzt friedlich neben ihr oberkörperfrei geschlafen hatte, war wohl von ihrem Zigarettenrauch aufgeweckt worden. „Wir hatten Sex?“ Claudia war entsetzt. Dieser Mann war ihr Chef. „Du wolltest eine Gehaltserhöhung und ich denke, du wirst sie bekommen. Du hast sehr gut dafür gearbeitet“, sprach er und bekam sich nicht mehr vor Lachen. „Du bist ein Biest, Claudia, du kannst reiten wie ein…“ und weiter kam er nicht. Claudia war aufgestanden und bis zur weit offenstehenden Tür gelaufen. Sie schaute ihn entgeistert an und begann wirres Zeug zu stottern. „Claudia, du brauchst dich dafür nicht zu schämen. Das machen alle bei uns, in unserer Firma ist das normal. Was denkst du, warum bei uns die Frauen besser bezahlt werden als die Männer? Ich bums doch keine Männer!“ Er lachte lautstark und Claudia brach in Tränen aus. Er hatte sie abgefüllt und sie hat es mit sich machen lassen. „Das wird Folgen haben. Sie haben mich vergewaltigt.“ Er schaute sie nun ebenso entgeistert an wie sie ihn. „Du wolltest es doch auch.“ „Nein. Und bitte duzen Sie mich nicht, ich stehe ihnen nicht nahe.“ „Das sah gestern Nacht aber ganz anders aus. Ich habe dich schließlich gebumst, Claudia.“ Sie lief wieder zum Bett und setzte sich ab. „Sie wollen mir also allen Ernstes sagen, dass sie mich nicht abgefüllt haben?“ „Ich habe dich nicht abgefüllt, ich war selbst erstaunt wie toll du lutschen kannst, du kleine Sau.“ „Bitte verlassen Sie meine Wohnung oder ich rufe die Polizei.“ „Willst du dich von denen auch allen ficken lassen, dass sie dir glauben?“ Er lachte, doch sie zog kurzerhand aus ihrem BH ein Skalpell und stach es ihm in den Kehlkopf. „Verrecken Sie. Sie sind nur ein Teil des Systems und ich bin nicht länger bereit mich wie scheiße behandeln zu lassen. Ich habe Sie gefickt.“ Er starb qualvoll und Claudia ging ins Bad, um sich frisch zu machen. Mörder sehen im Fernsehen auch immer gut aus und besonders Mörderinnen sollten sexy sein. Und obwohl sie etwas Vergleichbares noch nie getan hatte, war es doch ganz normal für sie. Wie das Leben mit einem spielt. Einst war man die brave Kollegin, dann lässt man sich vom Chef ficken und bringt ihn danach um. Besser als jeder Porno. Eigentlich doch ganz schön.

 

 

 

Blut schmeckt verdorben

 

Claudia stopfte die Leiche ihres Chefs in die Mülltonne. Da hatte er schon immer hineingehört, sie hatte es ihm gezeigt. Natürlich war es nicht ihre Mülltonne, das wäre ja fahrlässig gewesen. Es war seine Mülltonne und irgendwie machte es ihr Spaß sich ihn anzuschauen. Das durfte nicht der einzige Mord bleiben, das wäre doch jammerschade. Zu viel Spaß hatte es gemacht diesem Lackaffen das Skalpell in den Kehlkopf zu rammen. Das Lutschen seines Schwanzes fand Claudia nicht halb so schön. Es hatte sie nicht so sehr befriedigt. Mord war das, was sie zu dem machte, was sie war, Mord brachte sie in einen unvergleichlichen Zustand der Ekstase. Kurz hielt sie inne: warum hatte sie das getan? War es wirklich die reine Lust am Töten? Würde es ihr auch Erfüllung geben, wenn sie einem Mann die Gedärme herausreißen würde? War sie so eine? Nein. Sie war ja kein Unmensch. Ihr Chef war ein Unmensch gewesen, er hatte sie vergewaltigt. Eine bildhübsche Frau wie sie konnte sich aussuchen mit wem sie in die Kiste steigt und mit wem nicht. Ihr war noch nicht ganz klar wie sie den Mord an ihrem Chef der Allgemeinheit verheimlichen sollte. Spätestens in den nächsten Tagen würde es jedem aufgefallen sein, dass er nicht mehr da ist. Vielleicht war es doch nicht das richtige gewesen, ihn zu töten. Sie hätte ihn am leben lassen können und ihn auf ewig erpressen können. Er hätte den Geldhahn niemals zugedreht, denn sie hatte die besseren Karten. Wieder bedrückte sie ein Gefühl der Schuld, das wollte sie nicht. Es hatte ihr so viel Spaß bereitet, ihm das Skalpell hinein zu rammen. Es war so befreiend und doch haftete es jetzt wie eine Klette an ihr.

Wenn die Pussy aufgibt, hat das Arschloch trotzdem nicht gewonnen.

 

written by Lil Bunna

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