North Park

KAPITEL 1: DER WECKER


"Stirb!" Mit rot glühenden Augen lief ein blutverschmierter Zombie auf Kyle zu. In seiner Hand hielt der Zombie ein spitzes Küchenmesser und Kyle war sich sicher: er hatte diese Küchenutensilie nicht zum Schneiden von Gurken dabei. Nein, er wollte damit den Jungen umbringen!
Elegant sprang Kyle in die Luft und trat mit seinem Fuß in das Gesicht des Zombies, das sofort zu Boden kullerte. Schnell griff er nach einer Flasche Buttersaucen-Limonade und schüttete diese in den Hals des Ungeheuers. Und siehe da, es klappte. Eine gigantische Explosion erschütterte die Umgebung und... und Kyle hatte es geschafft.
Er konnte es kaum glauben. Soeben hatte er seine Schule von einem wahrlich furchteinflössendes Wesen gerettet. "Ich liebe dich", hörte er plötzlich eine sanfte Stimme rufen. Kurz dachte Kyle es wäre Anna. In Wirklichkeit war es aber Dieter. Dieter war in Wirklichkeit ein Mädchen, aber er hatte sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. So wurde aus der einstigen Datti der leicht irre Dieter.
Laut Kyles Meinung hätte Dieter ein Mädchen bleiben sollen. Denn Dieter war unsterblich in Kyle verliebt. Er hätte diese Liebe auch erwiedert, wäre er noch Datti gewesen, da er nun jedoch der männlichen Sorte Mensch zugehörte, wusste Kyle nicht ganz wie er damit umzugehen hatte.
"Ich hab´ dir schon mal gesagt, so etwas brauchst du gar nicht zu rufen, ich liebe dich nicht!", schrie der Zwölfjährige seinen, nun ja, `Freund´ an. Diesen schien das aber überhaupt nicht zu stören. Eine gute Minute später wusste Kyle, warum.
In voller Lautstärke begann Kyles Wecker zu rasseln. Alles war nur ein Traum gewesen. Leider.


KAPITEL 2: DAS ECHTE LEBEN


Musste das jetzt ein Traum gewesen sein? Kyle wäre so unendlich froh gewesen, wirklich ein Held zu sein. Ja, ein wahrer Held. Nicht so wie Deadpool, nein, ein richtiger Lebensretter. Mit allem drum und dran. Waffen, Superkräften und natürlich einem ordentlichen Gegner. In diesem Fall ein
gigantischer Buttersaucenzombie. Aber Gott wollte es wohl nicht so und aus ihm wurde ein Versager.
"Steh jetzt auf, Kyle! Das Frühstück ist fertig!" Jetzt musste er aufstehen. Verschlafen zog er sich einen knallroten Pullover, eine enge Jeans und Pantoffel an. Gähnend trottete er die Wendeltreppe zur Küche hinunter. "Hast du Alpträume gehabt, Schatz?" Mit einer prall gefüllten Tasse Kakao stand seine Mutter vor ihm. Ihr Blick sah nicht sehr gut aus. "Du hast alle in diesem Haus heute aufgeweckt! Geschrien hast du! Kein Mensch konnte heute Nacht ein Auge zu machen!" Er grinste. Seine Mutter redete einen Stuss, denn sie war alleinerziehend und nur er und sie lebten in dem Haus. "Ist schon gut, Mom. Kannst du mir einen Toast machen?" Sie antwortete nicht und schaute besorgt zur Uhr. "Kyle, was denkst denn du? In 20 Minuten beginnt die Schule für dich! Jetzt ist doch keine Zeit mehr zum Essen!" Sofort eilte sie aus der Küche hinaus, um Kyles Schulranzen zu holen. "Hopp, komm nicht trödeln, du musst zum Bus!" Mit einem lauten Stöhnen stand er auf und zog sich eine Lederjacke über.
In einer Windeseile spurtete Kyle zur Bushaltestation. "Auch schon da?", hörte er eine vertraute Stimme rufen. Es war Braxon, Schulrowdy höchstpersönlich. Baxon zog Kyle dessen Unterhose über den Kopf und schüttete ihn mit Ahornsirup voll. "So fahren alle Mädchen auf dich ab, glaub mir!" Der Rowdy konnte sich nicht mehr einkriegen vor lachen. Und als hätte es nicht schlimmer kommen können, kam gerade Luisa, Kyles Schwarm, an. Selbst sie, als sonst so anständige Schülerin, musste glucksen, als sie Kyle sah. Jetzt reichte es. Er würde es Braxon heimzahlen. Sofort. Jetzt auf der Stelle.


KAPITEL 3: KYLE UND DIE BRAXON


Mit voller Wucht schlug er Braxon in die Magengrube. Dieser knallte mit einem lauten "AAARGH!" auf die Straße in eine schlammige Pfütze. Aus seinem Mund quoll Blut. "Siehst du jetzt was für eine Flasche du bist, du Schläger!" Braxon rappelte sich auf. "Du traust es dich, mich zu schlagen?", lachte er. "Dann kommt jetzt die Quittung!"
Er trat ihm ins Schienbein und dann ebenfalls mit dem Fuß ins Gesicht. Kyle blutete (ebenso wie Braxon) aus allen Nähten. Aus Wut stürzte er sich auf ihn und begann ihm mit allen möglichen Tritten und Schlägen wehzutun. Solange machte er das, bis der Rowdy endgültig ohnmächtig wurde. Geschockt blickte Luisa zu ihm.
Dummerweise kam in genau diesem Momment der Bus an. Der Busfahrer merkte sofort, das etwas mit Braxon nicht stimmte und fragte Luisa (als freiwillige Berichterstatterin), was passiert sei. Sie erzählte die Geschichte mit jedem noch so unwichtigen Detail. Nachdem der Mann alles gehört hatte, schmiss er Kyle aus dem Bus. "Denk ja nicht, das ich dich noch einmal mitfahren lasse, du blindwütiger Irrer!" Neben dem Ahornsirup war Kyle jetzt auch noch pitschnass. Wie sollte er nun zur Schule kommen? In 10 Minuten hatte er seine erste Stunde. Momment, von was hatte er heute Nacht noch geträumt? Genau, das war die Lösung!


KAPITEL 4: NOGGER J.P


Er würde seiner Lehrerin einfach von einem grausamen Kampf gegen einen Buttersaucenzombie auf dem Schulweg erzählen! Denn immerhin hatte er die Welt gerettet, da konnte man ihm doch gar keine Strafe aufhalsen, oder? Kyle war sich sicher, das man ihm die Geschichte glauben würde. Seine Klammoten und auch er selbst waren aufgrund der Keilerei mit Braxon eh schon übel genug zugerichtet, niemand konnte das bestreiten. Also trottete Kyle langsam zur Schule hinauf, ohne sich auch nur die gerinste Eile zu machen.
Gerade als er an der Kreuzung von der St.Stan-Heaven-Straße ankam und es vielleicht aufgerundet noch zwei Minuten bis zum Zielpunkt wären, begegnete er einem Jungen, der wahrlich hässlich war. Der Junge hatte extreme Akne im Gesicht, sein Haar war grau, wie das eines Senioren und er trug einen orangen Umhang, auf dem ein Anstecker mit der Aufschrift "APOKAYLIPTISCHER REITER UND HÜTER DER ZUKUNFT" stand. Kyle musterte den Jungen. "Wer bist du?", fragte er schließlich. Als würde Kyle gerade scherzen, grinste der Junge. "Mein Name ist Nogger. Nogger Jilflield Patrick, um genau zu sein. Und du bist Kyle Butterkowski, hab ich Recht? Man kennt dich. Du bist berühmt, nur weißt du es nicht!" Woher wusste dieser angebliche Nogger wer er war? Er war ihm, nie begegnet, geschweige denn aufgefallen! "Wo bin ich berühmt? In meiner Welt bin ich jedenfalls nichts weiter als ein durchschnittlicher Schüler!" Erneut grinste Nogger. Nur war es diesmal ein hämisches Grinsen, kein fröhliches. "In deiner Welt? Das ich nicht lache! Wir beide kommen fast aus der identischen Universen! Der einzigste Unterschied ist, das du in meiner Welt ein gefürchterter Irrer bist, der alles niederschlachtet, was ihm in den Weg kommt! Glaub ja nicht, ich bete dich an, oder so. Für mich bist du nichts weiter als ein Wahnsinniger!" Langsam
verstand Kyle nur noch Bahnhof. Er war berühmt. Er war laut Nogger ein Irrer. Er schlachtete alles nieder. Das passte nicht zusammen! "Was habe ich gemacht, das ich schon als Wahnsinniger angepriesen werde?" Hoffentlich hatte er das gerade richtig formuliert. Wer weiß, was dieser Nogger vorhatte. "Ach, du bist Zombie-Jäger und rottest eine ganze Rasse aus. Sorgst dafür das Armut und Essensnöte herrschen. Übrigens bist du erschwerend hinzukommend noch der Gründer von ´Z.K.L`" Nein, das konnte nicht sein. Seine Träume waren meist gefüllt mit Zombies. Wie er sie tötete, ihnen den Kopf abriss und ihnen Buttersauce in ihren Hals schüttete. "Für was steht ´Z.K.L`?" Kyle war zu dem Entschluss gekommen, die ganze Wahrheit über sich in einem anderen Universum zu erfahren. "Für was ´Z.K.L´ steht, frägst du? Das kann ich dir leicht beantworten: ZombieKillerLiga, den Rest kannst du dir selbst ausmalen."
Nogger steckte seine Hand in seine Umhangstasche. Langsam zog er einen Revolver heraus und richtete ihn auf Kyle. "Du weißt jetzt mehr als genug. Eigentlich war ich nämlich nur hier um dir den Kehraus zu machen, Butterkowski. Zombies sind unsere Zukunft und ein friedliches Zusammenleben mit ihnen darf deinem Universum nicht entrinnen. Du musst jetzt sterben. Denn wenn mir es gelingt, dich hier zu töten, bist du auch automatisch in meiner Welt tot. Ich hoffe du verstehst das!" Bedacht drückte auf den Abzug. Die Kugel raste in übernatürlicher Geschwindigkeit auf Kyle zu. Was sollte er nun machen? Die Kugel würde ihn umbringen, wenn er nicht in Sekundenschnelle ihr ausweichen würde!
Kyle würde es keines Falls schaffen. Und er hatte es auch nicht geschafft. Er spürte einen grauenvollen Schmerz, der immer weiter in seinen Körper vorzudringen schien. Was ihn selbst wunderte: er fiel nicht. Kerzengerade blieb er stehen. Zwar hatte er nur noch sehr wenig Energie, aber er konnte genug von ihr aufbringen, um seinen Kopf auf seinen Bauch zu lenken. Aus seinem Brustkorb floßen Unmengen von Blut. "Ich wußte, du bist etwas Besonderes, Butterkowski, jedoch war ich nicht der Meinung, das du so besonders bist. Mach dir kein Ding daraus, in ein paar Sekunden bist du vollständig Geschichte!" Erneut griff er in seine Umhangtasche. Diesmal zog er einen Pflock heraus. "Damit hast du zufällig in meinem Universum unzählige von Zombies in den Tod gestürzt! Verblute nun selbst an dieser Waffe der Bosheit und Grausamkeit, verrecke an ihrer Kraft und fahr zur Hölle mit ihrer Anwaltskraft!" Nogger raste auf ihn zu und rammte ihm den Pflock durch das Herz. Nun war es endgültig zu Ende. Er würde sterben.


KAPITEL 5: DIE ZOMBIEKILLERLIGA


"Wach auf! Er wird doch aufwachen, oder? Er ist doch nicht Tod, oder etwa doch?" Kyle öffnete die Augen. Wie konnte er noch am Leben sein? Dieser Nogger hatte ihn getötet! Erst hatte er mit einem Revolver auf ihn geschossen und dann einen Pflock in sein Herz gerammt. Nach einer kurzen Zeit des Schweigens sprach er die Frau an, die direkt über ihn gebeugt stand. Ihre Haare waren braun, sie trug einen Pferdeschopf und hatte eine schwarze Jeanshose zusammen mit einem Top auf dem "ZOMBIEKILLERLIGA" stand, an. Ohne überhaupt zu wissen, wer diese Frau war, fragte er sie sofort, wie er überlebt hatte. "Du warst tapfer, ein gewöhnlicher Sterblicher hätte das nicht überlebt! Wir wissen wissen selbst nicht genau, wie du den Angriff von Jilflield überlebt hast. Ich hab Arino sofort gesagt, das du trotz deiner Minderjährigkeit ein Recht auf eine Mitgliedschaft bei der ZombieKillerLiga haben solltest!" Plötzlich ging die Tür auf. Ein Junge trat ein. Kyle brauchte nur ein einziges Mal hinzusehen und er erkannte: es war Nogger (der auch oft nach seinem zweiten Vornamen Jilflield benannt wurde). "Wie ich sehe, lebt die Ausgeburt der Boshaftigkeit noch. Du Narrin, warum hast du ihn nicht während er schlief ermordet? Er wird, wenn er mal älter ist, für den Untergang der Menschheit sorgen!" In Kyle baute sich Wut auf. Nogger zeigte keinen Deut Reue von sich, schlimmer, er war weiterhin der Meinung Kyle wäre ein Irrer und müsste sterben. "Verschwinde bitte, du bist hier nicht erwünscht. Bloß weil dein Vater der Chef der Regierung ist, brauchst du zu keiner Zeit meinen, das du jeden töten könntest, der dir in den Sinn kommt! Kyle wird bald eh der ´Z.K.L` angehören, du wirst es davor nicht schaffen in in den Tod zu befördern!" Die Frau war mittlerweile aufgestanden. Sie brüllte Nogger regelrecht an. Dieser zeigte sich jedoch daraufhin nüchtern. "Ihr werdet es ja sehen. Er wird uns alle in den Ruin treiben!" Rasch verließ er den Raum.
"Wer sind sie?", fragte Kyle endlich. "Ich bin die Präsidentin der ZombieKillerLiga und leite zusammen mit deinem Vater Arino diese Gemeinschaft", antwortete sie, "dank uns sind die Menschen sicher. Nur weiß das keiner zu schätzen. Alle halten uns für Irre, Wahnsinnige oder Psychophaten. So auch dieser verdammte Nogger und die Regierung. Appropos: du bist nicht mehr in deinem Universum, nur das du´s weißt." Das war zu viel. Kyle schlief ein. So viel ist heute passiert, dachte er sich. Und er hatte nicht Unrecht, kann ich euch sagen!


KAPITEL 6: DER KRIEG BEGINNT


Ein heller Sonnenstrahl schien in den Raum. Kyle öffnete langsam die Augen. Er würde in ein paar Jahren Präsident der Z.K.L werden. Jeder auf der ganzen Erde würde ihn vergöttern. Absolut jeder. Keiner würde ihn wie Braxon als Loser dastehen lassen. Sein Niveau wäre überdurschnittlich hoch. Ja, er wäre fast ein Gott. Freudig darüber, solche Gedanken fassen zu können, stieg Kyle aus seinem Bett und schlüpfte mit den Füßen in seine Slipper. Ehrlich gesagt, er hatte keine Ahnung wo er eigentlich war. Aber das würde er schon herausfinden, dachte sich Kyle. Leise schlich er sich zur Tür und öffnete sie. Es knarzte fürchterlich laut, wahrscheinlich hatte er soeben die Frau des Präsidenten der Z.K.L geweckt. Ihren Namen hatte sie Kyle nicht anvertraut, was ihn ein wenig fuchste. Behutsam ging er weiter. Vor ihm lag nun ein riesiger Saal, mit einem gigantischen Kronleuchter, einem riesigen Büffet und Unmengen von Menschen. Fröhlich vergnügt standen sie allesamt da und unterhielten sich miteinander. Kyle verstand nicht recht, was das jetzt sollte. Als er den Kopf zur Decke streckte, wusste er es. Sie feierten seinen Geburtstag.
In seinem Universum hatte er doch erst in zwanzig Tagen Geburtstag! Wie konnte das? Ohne eine gescheite Antwort fassen zu können, rannte eine vertraute Person in Höchstgeschwindigkeit auf ihn zu. Es war -nein, das konnte nicht sein, dachte sich Kyle- Dieter. Ja, es war Dieter, der Transvestit, der einst ein Mädchen gewesen war und nun ein Junge war. "Hallo, mein Kyliespatzi, ooocch, wusstest du noch nicht das du Geburtstag hast?", schrie er Kyle mit seiner schrillen Stimme zu. Plötzlich verstummte der ganze Saal. Alle Anwesenden hörten auf miteinander zu reden und schauten alle, als hätte er einen Mord begangen, zu ihm. "Meine Freunde, darf ich sie willkommen heissen, zu einem Geburtstag, denn es so noch nicht in diesem Universum gegeben hat!", ein etwas dicklicher Mann stand auf einem kleinen Podest, logischerweise musste dieser Mann Arino sein, Kyles Vater. "Ich hätte nicht gedacht, das er über unsere werte Gemeinschaft dermaßen viel Stolz und Würde streuen kann! Er stand dem Tod so nahe, wie kein anderer von uns, er überlebte den Schuss und den Pflock eines Massenmörders, unser jener Feind Jilflield ist damit gemeint. Heute sollen wir alle für ihn anstoßen, ihn preißen, ja, ihm unseren Stolz klarmachen. Wir wissen, Jilflield hat eine ungeheure Kraft in sich, aber mein Sohn konnte selbst gegen ihn bestehen. Und jetzt lasst uns singen!" Sie alle sangen für Kyle ein lauthalses ´HappyBirthday´ . Kurz nachdem sie aufgehört hatte, zu singen, bat Arino seinen
Sohn auf das Podest. "Ich denke, Kyle hat uns noch etwas zu sagen.", grinste er. "Danke, ich danke jedem von euch", mehr Worte schaffte er nicht.
Und dann geschah es. Mit einem Seil schwang sich ein gigantischer Zombie, bewaffnet mit einer Minigun, durch das Fenster in den Saal. Er schoss sämtliche Leute auf einmal tot, Köpfe, Gedärme und Gliedmaßen flogen durch die Luft. "ARINO! MACH SCHNELL ETWAS! DIESER ZOMBIE HAT EIN ATTENTAT VERÜBT!" Es war die Frau vom gestrigen Abend. Mit einem Highspeed rannte Arino aus dem Saal hinaus und kam in Windeseile mit einer Maschinenpistole wieder. "Ich habe zwar keine Chance gegen seine Minigun, wohl aber gegen ihn selbst!" Immer mehr Menschen wurden von dem Untoten niedergebombt, während Kyles Vater auf diesen zielte. Schließlich schoss er. Eine überdimensionale Explosion riss das gesamte Gebäude daraufhin in die Luft. Nur noch Kyle, Dieter, die Frau von Arino und dieser selbst standen noch da. Der Rest der Menschen lag tot auf dem Boden. "Ihr denkt also, ich wäre tot? MUHAHAHAHA! Da habt ihr euch aber schwer getäuscht! Das war zu wenig Buttersauce, du jämmerlicher Anführer der ZombieKillerLiga! HAAHHHAAA!!!" Kyle blickte hinter sich. Blutüberströmt und fast komplett zerstückelt stand der Zombie hinter ihnen.


KAPITEL 7: DIE RÜCKKEHR DER TOTEN


"Ihr ward der Meinung ich würde es nun alleine mit euch Jämmerlingen aufnehmen? Jaah, dem ist leider nicht so! Und nun, genug geredet, lasst uns zur Sache kommen! Steht auf meine Untergebenen und gebt euch Lord Arznaokk hin!" Alle Menschen, die der Zombie bei seiner Attentat getötet hatte, standen wieder auf. Sie waren nun auch Zombies, da war sich Kyle sicher. Wie aus einem Mund sprachen sie alle in voller Lautstärke: "Lord Arznaokk, oh Lord Arznaokk, wir beten euch an! Deine Gaben, deine Edelmut, uns zu deinen Sklaven zu machen, geben sie uns einen Befehl!" Lord Arznaokk (so war wohl der Name des Untoten) schmunzelte. "Ja, ich habe einen Befehl für euch! Tötet diese Menschen!" Er zeigte mit dem nackten Finger auf Kyle, Arino, die Frau und Dieter. Erschrocken hebte Dieter die Hand vor den Mund, er hatte wahrscheinlich noch nie zuvor ein derartiges Wesen gesehen.
Die Armee der Zombies stürmte auf sie zu. Kyle dachte an die Zukunftsvisionen, die ihm Nogger geschenkt hatte. Der große Held, Retter der Menschheit. Es war seine Bestimmung jetzt etwas gegen seinen Feind zu tun! "Ich mach das", schrie er. "Ihr bleibt hier! Rührt euch nicht vom Fleck! Jetzt ist
Showtime!" Auf einmal hatte er eine prall gefüllte Flasche Buttersauce in der Hand. Nun aber war es ihm egal, woher er diese wertvolle Waffe, er wollte es einfach nur Lord Arznaokk zeigen. Das war sein Geburtstag! Niemand konnte ihm seinen Geburtstag vermiesen. Er packte die Flasche und schleuderte sie in die Menge. Wie eine Granate explodierte sie und sprengte die restlichen Überreste des Saals weg. "Des Lords Untergebene zu töten ist keine schöne Beschäftigung, du naiver Bub!" Direkt vor ihm stand Arznaokk. Dies war sein Ende.
Auf einmal spürte er einen unertragbaren Schmerz. Dieser irre Lord hatte ihm sein Bein weggerissen! Völlig hilflos lag er nun da ihm Blut. Arznaokk stand triumphierend neben ihm. "Na, Bursche, schon Blut geleckt? HAAAAHAAAA!" Der Lord schoss ihn mit seiner Minigun weg. Alles war schwarz. Heldenhaft gestorben bin ich, dachte Kyle sich und sank in die unendlichen Weiten des Tods.


KAPITEL 8: DER KAMPF IST NOCH NICHT ZU ENDE


Warum konnte Kyle noch fühlen? War das nicht der Tod? Lord Arznaokk hatte ihn umgebracht, da war er sich fast zu hundert Prozent sicher. Und dennoch konnte er trotz der Leere um ihn herum noch den brennenden Schmerz in sich. "Da bist du also. Hahaha!" Er konnte das Lachen eines Mannes hören. "Du warst der Meinung, du wärst jetzt tot, hmm? Falsch gedacht! Dein Ableben beginnt erst dann, wenn ich es will und ich würde doch nicht feige einen kleinen Jungen töten, ohne auf das Wachsen seiner Mächte zu warten!" Der Mann kam Kyle immer näher. Wer war das?
Auf einmal wurde alles hell, als hätte ein Außenstehender eine Lampe angeknipst. Kyle befand sich in dem Saal, in dem er gegen Lord Arznaokk gekämpft hatte. "Oh, wieder bei Kräften?" Das schäbige Gesicht des untoten Lords blickte ihn an. "Sie haben mich umgebracht, oder?", fragte Kyle, schneller als er einen anderen Gedanken fassen konnte. Arznaokk grinste. "Jaah", er grinste. "Aber du hast überlebt, wie du sicher schon gesehen hast." Schnell huschte der Junge mit seinen Augen auf seine Haut. Sie war verpickelt und giftgrün, für wahr, er war ein Zombie geworden! "Falls sie jetzt meinen, das ich für Sie arbeiten werde, dann haben Sie sich gewaltig getäuscht." "Oh, das meine ich nicht, du Ausgeburt der Hölle, die du bist." Auf einmal war der Lord verschwunden.


KAPITEL 9: AUF DER SUCHE NACH NOGGER J.P


Kyle stand auf. Kurz schaute er um sich, immerhin lagen da zig Tausende an toten Zombies. Neben sich konnte er die Überreste von Dieter, der Frau, deren Name er bis jetzt noch nicht wusste und Arino, seinem Vater. Lord Arznaokk musste sie alle nachdem er ihn zu einem Untoten gemacht hatte, in den Tod geschickt haben. Ein seltsames Gefühl war das, alleine in einem gigantischen Saal zu stehen, der fast nur aus leblosen Hüllen von Menschen bestand. Ihm blieb keine andere Wahl, als diesen Raum zu verlassen, es würde ihm nichts bringen, weiterhin Gedanken zu machen. Er musste so schnell wie möglich in seine Dimension zurück, er musste die Sippschaft vor seiner eigenen Rasse warnen, da er ja nun selbst ein Zombie war. Bald würde er Opfer der Z.K.L werden, sofern es kein Heilmittel gab. Schritt für Schritt trottete Kyle zum Ausgang hinüber. Dies war der wohl übelste Geburtstag aller Zeiten gewesen. Man konnte nicht bestreiten, dass er wunderschön begonnen hatte und grausam geendet hatte. Alles nur wegen diesem miesen Lord. Jetzt stand er vor dem Ausgang. Einmal blickte er noch zurück auf die unschuldig Gestorben, ehe er daraufhin langsam die Treppe nach unten lief. Wen sollte er fragen, wie er wieder in seine Dimension kam? Es gab nur einen, dachte er sich. Nogger Jilflield Patrick, der der ihm einst einen Pflock ins Herz gerammt hatte. Jilflield musste wissen, wie man zwischen den Welten wechseln konnte, immerhin hatte er es schon getan, um Kyle zu töten.
Schneller als der Blitz rannte er zur Tür hinaus auf die Straße. Die Suche nach Nogger hatte soeben begonnen! "HALT, DU UNTOTER FLEISCHFRESSER! BLEIB STEHEN!" Eine kleine, dickliche Frau mit Doppelkinn, mit einer Kochpfanne bewaffnet, brüllte ihn. Stimmt, Kyle hatte ganz vergessen, das er kein Lebender mehr war. "Du und dein Gesindel sind schuldig für diese ganze Verwüstung hier! Wenn mich der Schein nicht trügt, bist du sogar ein Untergebener von Arznaokk!" So recht wusste Kyle nicht, was er darauf antworten sollte. "UND ANTWORTEN TUST DU AUCH NICHT!" Jetzt war genug! So ließ er nicht mit sich reden. Er rannte auf die Frau zu und schlug ihr mit der bloßen Faust ins Gesicht. Ihre Zähne flogen meterweit durch die Luft. Binnen Sekunden lag sie auf dem Boden. Sie war tot.


KAPITEL 10: DIETER SENIOR, DER RETTER IN DER NOT


Egal, na und? Sie war frech, du hattest einen Grund sie umzubringen. Diese Worte kämpften in Kyles Kopf gegen sein schlechtes Gewissen. Du hast eine arme, hilflose alte Frau ermordet, du bringst nichts als Schande über die Welt. Die ZombieKillerLiga wäre sicher nicht stolz auf dich. Wahrscheinlich handelte er
jetzt schon so wie Arznaokk. Hauptsache Sieg, Mord spielt keine Rolle. Nein, so wollte er nicht denken. Ein Held wollte er sein und was wurde daraus? Er machte einem Großmütterchen den Kehraus, ohne jeden relevanten Grund. Von hinten stupste ihn jemand an. "DU MONSTER WAS HAST DU GETAN? EINFACH SO MEINE MUTTER ZU ERSCHLAGEN! BIST DU EIGENTLICH NOCH GANZ BEI TROST, DU WAHNSINNIGER BASSTARD!" Ein Mädchen, um die 14 Jahre alt, brüllte ihn weinend an. "Kommen Sie zur Ruhe, Mademoiselle!" Ein völlig vernarbter, von Rissen und Fältchen gezeichneter Polizist schritt auf Kyle zu. Er versuchte ihm Handschellen anzulegen, er wehrte sich nicht. "Darf ich noch etwas sagen?" Der Polzist lächelte hämisch. "Das hättest du wohl gern, was?" Das Geschrei der Menge, die sich mittlerweile angesammelt hatte, wurde immer ohrenbetäubender. Bis...
Ein Mitglied der Z.K.L drängelte sich durch die Menge, es war -das konnte war unmöglich- Dieters Vater. "Lasst den Burschen in Ruhe! Er hat sich nur gegen die Dame gewehrt, zufälligerweise bekam diese darauffolgend einen Herzinfarkt. Er ist kein wahrer Mörder" Nie hätte er geglaubt, das ausgerechnet der Vater seines transsexuellen "Freundes" ihm aus der Patsche helfen würde. "Sie sind kein Zeuge, Minium. Ihre Aussage war leider Gottes nichtssagend." Wieder lachte der Polizist. Es kam Kyle glatt so vor, als hätte er jahrelang auf diesen Momment gewartet. "Aha, Sie sind also der Meinung, dass jenes, was ich gerade von mir geäußert habe, nichtssagend war?" "Der Meinung bin ich, falls Sie das noch nicht wissen", baffte er er ihn an. Jetzt konnte man auch auf Dieter Seniors Gesicht ein leichtes Schmunzeln erkennen. "Okay, wie Sie meinen, Recht zu haben, belassen wir es dabei. Nur habe ich leider mehr macht als Sie, sie sind nichts weiter als ein unfähiger Beamter, der einen zwölf Jahre alten Teenager, der durch die bösen Machenschaften von Lord Arznaokks zum Untoten wurde, in eine Zelle stecken will. Ich bemitleide North-Park, das es solche Missgeburten wie sie dort gibt!" Kyles Hoffnungen auf eine Unschuldserklärung schwanden rascher dahin, als sie gekommen waren. Was Dieter Senior da gerade nämlich sagte, war Beamtenbeleidigung und das wurde hart bestraft, so weit wusste er Bescheid. "Kommt einfach beide mit. Euer Pack ist nichts weiter als ein Haufen Müllsäcke." Nun wurden auch dem Z.K.L-Mitglied Handschellen angelegt. Ein wahrer Tiefpunkt. Tiefer konnten er und die ZombieKillerLiga nicht mehr sinken.


KAPITEL 11: DAS TAGEBUCH


Die mordlustigen Blicke der Gefangenen, das gruselig düstere Flair bei Tageslicht und die Tatsache, das in diesem Gebäude zahlreiche Kinderschänder den Rest ihres Lebens verbrachten, machten die Schritte zur eigenen Zelle zu einer wahren Mutprobe. Dieter Senior wurde vor Kyle in seine Zelle eingeliefert. Seine zukünftige Heimat wirkte ekelerregend. Zehn Minuten später wurde schließlich auch Kyle eingebuchtet, in der Abteilung für hirngestörte Zombies. Wie in Zeitlupe ließ er sich auf den Klappstuhl sinken.. Er griff in seine Jackentasche und holte ein kleines Buch heraus. Auf dem Titel waren folgende Worte eingraviert:
Tagebuch für und von Kyle Butterkowski
Mit einer alten Feder schrieb er einige Zeilen. Diese würden wegweisend sein, aber dessen war er sich noch nicht bewusst.
Liebes Tagebuch,
was mir heute passiert ist, würdest nicht einmal du mir glauben. Seit ich ein Untoter bin (durch Lord Arznaokk) ist nämlich vieles geschehen. Eine alte Frau hat nur über mich und meine Sippschaft gelästert, da hab ich sie unkontrolliert niedergeschlagen und sie damit in die unendlichen Weiten des Todes befördert. Dieters Vater von der Z.K.L wollte mich verteidigen, konnte es jedoch nicht schaffen und landete zusammen mit mir im Gefängnis.
Ein Grinsen huschte über sein Gesicht.